Die Produktkonfiguration ist das Herzstück vieler B2B-Vertriebsprozesse – besonders bei variantenreichen, komplexen und erklärungsbedürftigen Produkten. Hier entscheidet sich, ob der Kunde schnell ein passendes, technisch korrektes Angebot erhält oder im Prozess abspringt.
Generative KI (GenAI) bringt in diesem Bereich eine neue Qualität: Sie kann Eingaben in natürlicher Sprache interpretieren, komplexe Regelwerke anwenden und in Sekunden eine vollständige, baubare Konfiguration erstellen. Studien prognostizieren, dass bis 2026 rund 30 % der großen B2B-Unternehmen GenAI in CPQ- und E-Commerce-Systemen einsetzen werden – mit nachweisbaren Effizienz- und Umsatzgewinnen.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie ein realistischer Einsatz von GenAI in der Produktkonfiguration heute schon aussehen kann und welche Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz geschaffen werden müssen.
Generative KI macht vor dem B2B-Vertrieb komplexer Produkte keinen Halt. Doch was bedeutet das ganz konkret für Hersteller, deren Konfiguratoren bisher auf statischen Eingaben und komplexen Regelwerken basieren?
Um diese Frage greifbar zu machen, präsentierten Byron Wells (Solution Manager, 4PACE) und Dominik Schmitt (Head of Web Products & Software Developer, 4PACE) auf der eCC 2025 einen Showcase zur Produktkonfiguration. Ziel war es, zu zeigen, wie GenAI nicht nur technische Konfigurationslogiken bedient, sondern den gesamten Sales-Workflow von der Kundenanfrage bis zum fertigen Angebot unterstützt.
Der eCC 2025 Showcase hat vor Augen geführt, wie sich GenAI nahtlos in den B2B-Vertriebsprozess einbinden lässt: von der ersten Anfrage in natürlicher Sprache über die visuelle Validierung bis hin zur automatisierten Bereitstellung von CAD-Daten. Damit wurde klar, dass GenAI nicht nur ein Experiment ist, sondern bereits heute greifbaren Mehrwert für Vertriebsteams und Kunden in Form von schnelleren Prozessen, präziseren Angeboten und einer intuitiven Interaktion schafft.
Doch so beeindruckend die Live-Demo war: GenAI kann nicht jedes Problem im Vertrieb lösen und ersetzt nicht die Expertise von Vertriebsmitarbeitenden. Welche Chancen realistisch sind und wo die Grenzen liegen, erfahren Sie in unserem weiterführenden Beitrag.
Damit GenAI im Vertrieb komplexer Produkte sinnvoll eingesetzt werden kann, braucht es mehr als nur ein intelligentes Sprachmodell. Die KI arbeitet im Kern nicht „frei“ oder errät Konfigurationen, sondern stützt sich auf vorhandene Unternehmensdaten und die hinterlegten Regelwerke im CPQ-System.
Wie funktioniert das in der Praxis?
Die Voraussetzung für diese Funktionsweise:
GenAI ist nur so gut, wie die Daten, auf die sie zugreifen kann. Der Showcase hat gezeigt: Die KI kann die Konfiguration und Angebotserstellung enorm beschleunigen, aber nur, wenn die Basisdaten stimmen.
Generative KI wird den B2B-Vertrieb verändern, aber wie schnell und in welchem Umfang, hängt von zwei Faktoren ab: technologische Reife und Datenbasis. Studien zeigen, dass Unternehmen mit integrierter KI schon heute signifikante Effizienzgewinne erzielen können, etwa durch schnellere Angebotszyklen oder intelligentere Produktempfehlungen. Doch die Realität zeigt auch: Fehlende Datenqualität, unklare Prozesse und Sicherheitsbedenken bremsen viele Initiativen aus.
Generative KI ist kein Show-Stopper, sondern ein Werkzeug mit großem Potenzial, vorausgesetzt, es wird richtig eingesetzt. Wer jetzt beginnt, sich strukturiert mit den Voraussetzungen zu befassen und erste Schritte wagt, wird in den nächsten Jahren einen Wettbewerbsvorteil spüren: schnellere Entscheidungen, höhere Abschlussquoten und ein moderneres Kundenerlebnis.
BYRON WELLS
solution manager
DOMINIK SCHMITT
head of web products & software developer
INA ROGALEV
junior marketing manager