Bei technisch anspruchsvollen Industrieprodukten reicht klassische Konfiguration oft nicht mehr aus. Zahlreiche Attribute stehen in Wechselwirkung zu Betriebsparametern wie Leistung, Temperatur oder Kapazität. Für den Vertrieb bedeutet das: Eine technisch korrekte Konfiguration gelingt nur, wenn Auslegung und Berechnung integraler Bestandteil des CPQ-Prozesses sind.
Moderne CPQ-Systeme verbinden daher Auslegung (engl: Sizing), technische Berechnung und Konfiguration. Damit befähigen sie Teams im Vertrieb, komplexe Produkte, auf Basis kundenindividueller Betriebsparameter, effizient und korrekt zu konfigurieren – ohne auf Konstruktion oder Engineering warten zu müssen.
Produktkonfiguration basiert heute häufig auf Beziehungswissen und merkmalsbasierten Regeln. Doch wo zahlreiche Attribute und variable Betriebsparameter zusammenkommen, stößt ein solcher wissensbasierter Konfigurationsansatz schnell an Grenzen.
Ein erweiterter Ansatz im Angebotskonfigurator für den Vertrieb ermöglicht es, technische Variantenlogik mit individuellen Berechnungen zu verbinden. Dadurch können Produkte präzise auf Basis kundenspezifischer Leistungsparameter identifiziert und korrekt ausgelegt werden.
Sizing (engl.: Auslegung) ist ein automatisierter Prozess innerhalb eines CPQ-Systems, der die optimale Produktkonfiguration auf Basis echter Kundenanwendungsfälle berechnet.
Berücksichtigt werden u. a.:
Das Ergebnis ist eine wirtschaftliche, realisierbare und technisch korrekte Konfiguration inklusive Preis und Verfügbarkeit.
Die Auslegung ist der erste von drei Schritten, bei denen technische Berechnung und Produktkonfiguration ineinandergreifen.
Der Prozess in drei Schritten:
Dieser Ablauf stellt sicher, dass nur technisch realisierbare Varianten angeboten werden. Gleichzeitig entsteht eine wirtschaftlich attraktive Konfiguration, da Über- oder Unterdimensionierungen vermieden werden.
Ohne technische Berechnung kann der Vertrieb die individuellen Anforderungen eines Kunden nur schwer korrekt abbilden. Besonders bei stark individualisierten Produkten führt dies zu Sicherheitszuschlägen, unpräzisen Preisen oder technisch falschen Varianten.
Durch integriertes Sizing liegen präzise Daten für Preis, Ausführung und Machbarkeit vor. Der Vertrieb kann damit wirtschaftlich sinnvoll kalkulieren und auf unnötige Reserven verzichten. Die Möglichkeit, mehrere technisch korrekte Varianten miteinander zu vergleichen, erweitert zusätzlich die Angebotsqualität.
Vorteile auf einen Blick:
Mit integrierter Auslegungslogik im CPQ-System schlagen Sie eine Brücke zwischen individueller Kundenanforderung nach Einsatzszenario und Konstruktion. Durch standardisierte Schnittstellen zu ERP-, CRM-, PIM- und CAD-Systemen entsteht ein durchgängiger Prozess – vom ersten Parameter des Kunden bis zur Fertigung.
Das Sizing bildet die Grundlage dafür, dass alle nachgelagerten Prozesse – Konstruktion, Einkauf, Fertigung – korrekte und vollständige Daten erhalten. Medienbrüche und Doppelerfassungen werden vermieden, während die Datenqualität über alle Systeme hinweg steigt.
Durch Auslegung und Berechnung im Konfigurationsprozess wird sichergestellt, dass jede Produktauswahl dem tatsächlichen Bedarf des Kunden entspricht. Vertriebsmitarbeitende profitieren von schnellerer und technisch sauberer Angebotserstellung. Unternehmen steigern ihre Profitabilität, weil sie optimal konfigurierte Produkte anbieten, Produktionskosten reduzieren und Fehler vermeiden.
Gleichzeitig werden Mitarbeitende befähigt, auch ohne tiefes technisches Fachwissen sicher zu konfigurieren. Das führt zu einem konsistenten, effizienten und skalierbaren Vertriebsprozess – selbst bei hochkomplexen Produktportfolios.
BYRON WELLS
Solution Manager
LENA SCHÖNLEBEN
Head of Online Marketing & Communications