Der Industrie-Vertrieb befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Wo früher Produktkataloge, Variantentabellen und lange Beratungsgespräche dominierten, erwarten Kunden heute Transparenz, Interaktivität und ein echtes Produkterlebnis.
Komplexe, variantenreiche und erklärungsbedürftige Produkte lassen sich nicht “einfach” verkaufen – sie müssen per 3D-Konfigurator konfiguriert und visualisiert werden.
Der Grund ist einfach: Je komplexer ein Produkt, desto schwieriger ist es, seine Eigenschaften allein durch Worte, Tabellen oder statische Bilder verständlich zu machen. Gleichzeitig steigt die Erwartungshaltung – insbesondere bei einer jüngeren Generation von Entscheidern, die aus dem B2C-Bereich intuitive, visuelle und digitale Erlebnisse gewohnt ist.
B2B und B2C nähern sich damit zunehmend an. Auch im industriellen Vertrieb wird das Erlebnis zum Erfolgsfaktor. Ein zentrales Argument unserer Experten bringt es auf den Punkt: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – visuell fällt schneller etwas auf, als wenn man mit riesigen Variantentabellen arbeitet.“
Kurz erklärt!
3D-Konfiguration bezeichnet die regelbasierte und interaktive Zusammenstellung eines Produkts durch den Nutzer, wobei Änderungen direkt in einer dreidimensionalen Echtzeit-Visualisierung sichtbar werden. Die Konfiguration kann dabei sowohl über klassische Auswahloptionen und Fragen als auch über intuitive Methoden wie Drag-and-Drop im 3D-Raum erfolgen.
Im Hintergrund sorgt ein Regelwerk dafür, dass nur gültige Kombinationen möglich sind und fehlerhafte Varianten automatisch ausgeschlossen werden. Gleichzeitig werden die gewählten Parameter unmittelbar in visuelle und geometrische Eigenschaften übersetzt, sodass sich Maße, Baugruppen oder technische Attribute direkt im 3D-Modell widerspiegeln.
Klassische Vertriebsansätze stoßen bei hoher Variantenvielfalt schnell an Grenzen.
Produktkataloge und Variantentabellen reichen nicht mehr aus
Die traditionelle Variante – der Produktkatalog – kann komplexe Zusammenhänge nur eingeschränkt abbilden. Änderungen sind statisch, Zusammenhänge bleiben abstrakt.
Falsches Selbstbewusstsein
Häufig herrscht die Annahme: „Der Kunde weiß doch, wie das Produkt aussieht.“ Dieses Selbstverständnis übersieht, dass visuelle Klarheit Kaufentscheidungen beschleunigt und Missverständnisse reduziert.
Fehlende Interaktivität
Kunden wollen Produkte drehen, verändern und Anpassungen live sehen. Verschiedene Ausführungen des Produkts und Merkmale wie z. B. Farben müssen im Modell sichtbar werden. Bauteile können außerdem intuitiv über Ankerpunkte zusammengebaut und platziert werden.
Kurz gesagt: Was früher „gut ankam“, ist heute selbstverständlich.
Entscheidend ist das Zusammenspiel zwischen Konfigurator und Visualisierung:
Der Effekt: Abstrakte technische Zusammenhänge werden in Echtzeit greifbar. Kunden sehen, dank interaktiver Konfiguration z. B. per Drag & Drop, was ihre Auswahl bewirkt. Das schafft Sicherheit, reduziert Rückfragen und beschleunigt Entscheidungsprozesse erheblich.
Vom Produkterklärer zum strategischen Berater
Wenn Kunden selbst konfigurieren können, entfällt ein großer Teil der erklärenden Tätigkeit. Neue Mitarbeitende sind schneller eingearbeitet, da das Tool Wissen strukturiert bereitstellt.
Mehr Fokus auf das Kerngeschäft
Der Vertrieb arbeitet mit einem leistungsfähigen Werkzeug, das Prozesse beschleunigt und Fehler reduziert. Dadurch bleibt mehr Zeit für strategische Beratung, Beziehungsaufbau und Abschluss.
Mindset-Change notwendig
Der Wandel erfordert ein Umdenken: 3D-Konfiguration wird nicht nur als internes Werkzeug verstanden, sondern als kundenorientiertes Erlebnis – mit einer separaten Vertriebs- und Kundenansicht.
Steigerung der Produktqualität
Durch visuelle Transparenz sind Kunden, Produktion und Vertrieb auf demselben Informationsstand. Änderungen erfolgen im Rahmen des hinterlegten Regelwerks in Echtzeit. Direktes Kundenfeedback kann unmittelbar in die Konfiguration einfließen.
Ein 3D-Konfigurator ist eine Softwarelösung, mit der Kunden Produkte regelbasiert und interaktiv, z.B. per Drag & Drop, konfigurieren und das Ergebnis in Echtzeit dreidimensional visualisieren können.
Weil visuelle Informationen schneller erfasst werden als Tabellen oder Textbeschreibungen. Sie reduzieren Missverständnisse und beschleunigen Kaufentscheidungen.
Er schafft Transparenz, reduziert Unsicherheit und gibt Kunden eine realistische Vorstellung vom Endprodukt – das erhöht die Kaufwahrscheinlichkeit.
AR und VR ermöglichen, konfigurierte Produkte im realen Raum zu erleben. Dadurch werden komplexe Lösungen greifbar und Entscheidungsprozesse beschleunigt. Außerdem entsteht ein immersives Erlebnis, da die Produkte in originaler Größe projiziert werden können, gegebenenfalls sogar an ihrem späteren Einsatzort.
MICHAEL FUCHS
Head of Products